Aus der Tiefe in die Höhe: Als bedeutende Landmarke ist sie heute ein beliebtes Ausflugsziel, wird vielfältig gestaltet und genutzt. Die Schmirchauer Höhe bietet nicht nur einen beeindruckenden Blick über die vom Uranerzbergbau geprägte Landschaft um Ronneburg, sondern ist selbst Teil von ihr. Die Geschichte ihrer Entstehung, Gestaltung und Nutzung reicht bis auf den Grund des Tagebaus Lichtenberg. Aber wie wurde die Schmirchauer Höhe zu dem, was sie heute ist?
Intro schon gehört?
Sie möchten wissen, welche Geschichte hinter dem WALK steckt und wie Sie ihn bedienen können? Hier können Sie sich eine Einführung anhören und danach zur Station zurückkehren.
Sie haben den weiten Weg auf sich genommen und es bis zur Grubenlampe geschafft. Jetzt befinden Sie sich auf der Schmirchauer Höhe. Die Höhe wurde nach dem Ort Schmirchau benannt, der wegen des Tagebaus im Verlauf der 1950er Jahre geräumt wurde.
Dieser heute höchste Punkt der Neuen Landschaft war damals der tiefste Punkt des Tagebaus Lichtenberg. Der Grund des Tagebaulochs lag von Ihrem aktuellen Standpunkt aus über dreihundert Meter tiefer. Genauso wie Ihr Aufstieg gerade, war es vom tiefsten Punkt zum höchsten ein langer Weg.
Durch den jahrzehntelangen Abbau von Uranerz um Ronneburg entstanden über hundert Millionen Tonnen Schutt, sogenannter Abraum. Der Abraum aus den Schächten und dem Tagebauloch wurde abtransportiert und zu Halden aufgeschüttet.
Besonders prägend für die Region waren die beiden Spitzkegelhalden-Paare bei Reust und Paitzdorf. Jede Spitzkegelhalde war dabei etwa 100 Meter hoch. Ihr markanter, kegelförmiger Umriss war von weiter Entfernung sichtbar und prägte das Landschaftsbild nachhaltig. Von den Bewohnern wurden sie die “Pyramiden von Ronneburg” genannt. Diese Pyramiden wurden für viele Menschen zu einem Symbol für ihre Heimat: Wer mit dem Auto über die A4 Richtung Ronneburg fuhr, wusste, dass er bald zu Hause war. Auch Jahre nach dem Ende des Uranerzabbaus blieben sie ein Symbol des Bergbaus.
Bereits ab den 1960er-Jahren wurde ein erster Teil des Abraummaterials der Halden um Ronneburg wieder in den Tagebau verfüllt. Dazu wurde das Haldenmaterial über eine Kipprampe zurück in das Tagebauloch transportiert. Die weitere Verfüllung erfolgte erst nach dem Ende des Uranbergbaus mit der Sanierung ab den 1990er-Jahren.
Weitere Informationen zur Sanierung erfahren Sie in unserer Station “Sanierung”.
Insgesamt kam aus allen Halden Abraum im Umfang von 50 Cheops Pyramiden zusammen. Trotz intensiver Verdichtung blieb bei der Verfüllung Material übrig. Aus dem Überschuss wurde so unter anderem auch die Schmirchauer Höhe aufgeschüttet, auf der Sie heute stehen. Ihr Potential als Aussichtspunkt und Erinnerungsort wurde aber erst nach der Bundesgartenschau 2007 erkannt und genutzt.
Die Schmirchauer Höhe wurde seitdem von verschiedenen Gruppen genutzt und gestaltet. Im Jahr 2010 wurden die heutigen Wege auf die Schmirchauer Höhe fertiggestellt. Darüber hinaus befindet sich am Gipfel der Höhe eine begehbare Landkarte der Umgebung der Untertage-Welt, die etwa zur gleichen Zeit entstand. Plaketten an den steinernen Umrissen der Karte erinnern an Menschen, die mit dem Bergbau in Verbindung standen. Mit den Spenden für die Plaketten wurde die Grubenlampe im Juni 2012 eingeweiht. Die Grubenlampe, von Bergleuten auch “Geleucht” genannt, steht symbolisch für den Bergbau. Beim sogenannten “Lauf zur Grubenlampe” ist sie die namensgebende Station. Der Wettlauf hat jedoch nichts mit dem Bergbau zu tun, sondern ist vielmehr ein sportliches Ereignis. Die Gipfel der Ronneburger “Pyramiden” bei Reust würden heute die Schmirchauer Höhe nochmal um etwa 30 Meter überragen. An ihrer Stelle befinden sich seit 2009 Solaranlagen.
Wir laden Sie ein, nach dieser kurzen Verschnaufpause auch noch die letzten Stufen der Grubenlampe zu erklimmen. Von dort haben Sie nicht nur einen Überblick über die begehbare Landkarte. In einem Panorama-Ausblick können Sie die Stadt Ronneburg und ihre vom Bergbau geprägte Umgebung überblicken.
Wenn Sie mehr zum Alltagsleben in der Stadt während des Bergbaus erfahren möchten, hören Sie sich doch die Station "Marktplatz" an.
Beim Blick über die Landschaft lassen sich heute kaum mehr Spuren der Bergbauvergangenheit des Ortes finden. Vieles ist durch die Sanierung verschwunden. Sehen Sie sich um. Können Sie dennoch die Dimensionen des Bergbaus erahnen?
Vielleicht können Sie bei ihrem Blick in die Neue Landschaft auch einige Menschen entdecken. Sie wirken winzig klein aus der Entfernung. Stellen Sie sich nun vor, wie viel kleiner die Menschen wirken würden, wenn sie noch weitere 200 Meter tiefer - auf dem Grund des ehemaligen Tagebaulochs - wären.
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