Ein imposantes GebÀude, das heute einer der Dreh- und Angelpunkte der Neuen Landschaft ist - oft einer der ersten Anlaufpunkte bei einem Besuch des ehemaligen BundesgartenschaugelÀndes. Dass es sich dabei nicht um einen Neubau handelt, ist auf den ersten Blick ersichtlich. Doch wie alt das Haus wirklich ist und welche Geschichten sich hinter der Fassade verstecken, ist nicht sofort erkennbar. Einen Teil dieser Geschichten können Sie in dieser Station hören.
Intro schon gehört?
Sie möchten wissen, welche Geschichte hinter dem WALK steckt und wie Sie ihn bedienen können? Hier können Sie sich eine EinfĂŒhrung anhören und danach zur Station zurĂŒckkehren.
Suchen Sie sich gerne einen Platz und machen Sie es sich gemĂŒtlich. Dieser Ort lĂ€dt ja gerade dazu ein. BĂ€ume,die Schatten spenden - Blumen, die blĂŒhen und ein Ausblick auf die Neue Landschaft. Heute ist das ehemalige Rittergut ein Ort zum Verweilen. Ein Ort fĂŒr die Gemeinschaft. Doch war das schon immer so?
Wir schreiben das Jahr1703. Wo heute das Rittergut steht, befanden sich noch Felder und LĂ€ndereien, die zum Schloss Ronneburg gehörten. Doch fĂŒr 5.600 Gulden kaufte Rudolf August Metzsch einen Teil dieser Felder. Man kann nicht genau sagen, welcher Betrag das heute umgerechnet wĂ€re. Fest steht, dass der Preis heute um ein Vielfaches höher wĂ€re als damals. Auf den gekauften Feldern erbaute er ein Vorwerk, einen landwirtschaftlichen Gutshof, und dazu noch einige weitere HĂ€user. Nur 16 Jahre nach dem Kauf, also im Jahr 1719, wurde die Ansammlung an HĂ€usern zu einem Dorf erhoben und das Vorwerk wurde zu einem Rittergut ernannt. Dieses Dorf erhielt den Namen Friedrichshaide. Mit dem Rittergut war auch die Rechtsprechung vor Ort verbunden. Das heiĂt, der Herr des Rittergutes war befugt, Recht zu sprechen, wenn in seinem Ort ein Unrecht geschah. Neben dem Rittergut wurden zahlreiche GĂ€rten angelegt, die von einem eigenen GĂ€rtner gepflegt wurden. Darunter ein Obstgarten, ein GemĂŒsegarten, ein Blumengarten und sogar ein Rosengarten.Â
Aus der langen Geschichte des Ritterguts stechen einige VorfÀlle heraus. Im Jahr 1822 wurde ein Teil des Anwesens durch ein FeuerbeschÀdigt.
Am Ende des 19. Jahrhunderts wurde das Rittergut Schauplatz eines Kriminalfalls. Zu Beginn des Jahres 1899 arbeitete der Knecht Auzeraus Bayern auf dem Gut. Am 17. Februar versuchte er, den Dienstknecht des Amtsvorstehers Rothe aus Dresden in Ronneburg zu erstechen. Die Ermittlungen fĂŒhrten schlieĂlich zur Verhaftung des Knechts Auzer. Er wurde daraufhin alsRaufbold und Messerheld betitelt. Was anschlieĂend mit ihm passiert ist, ist leider nicht ĂŒberliefert.
Möchten Sie einen weiteren historischen Kriminalfall aufdecken? Dann besuchen Sie auch die Hörstation zur Geschichte der ZweifelsmĂŒhle!
Etwas mehr als50 Jahre spĂ€ter, also nach dem Zweiten Weltkrieg, sahen das Rittergut und die umliegenden GĂ€rten und Felder ganz anders aus als heute. Die Stadt Ronneburg lag mittlerweile an einem Tagebau, in dem Uran-Erz gefördert wurde. Nur ein aufgeschĂŒtteter Wall trennte das Rittergut von einem mehrere hundert Meter tiefen Loch in der Landschaft. Dieser Erdwall wurde zum Schutz der Anwohner aufgeschĂŒttet.
Doch gegen die radioaktive Strahlung und die gefĂ€hrlichen Gase half der Erdwall nur wenig. Und auch den Dreck und Schmutz aus dem Tagebau konnte er nicht von den HĂ€usern fernhalten. Die Bewohner des Ritterguts und andere direkte Anwohner litten sehr darunter. Andere GebĂ€ude in Friedrichshaide fielen hingegen dem Tagebau zum Opfer. So zum Beispiel eine MĂŒhle und WohnhĂ€user. Die Bewohner wurden umgesiedelt und die GebĂ€ude einfach abgerissen.
Wenn Sie die Geschichte anderer zerstörter GebÀude und Dörfer interessiert, wandern Sie doch zu der kleinen GedÀchtniskapelle. Dort befindet sich ebenfalls eine Hörstation.
Wahrscheinlich hĂ€tte auch das Rittergut dem Tagebau weichen mĂŒssen, wenn dieser sich weiter ausgebreitet hĂ€tte. Es kam jedoch anders.
Wenn Sie heute vor dem ehemaligen Rittergut stehen, sehen Sie ihm diese wechselhafte Geschichte kaum noch an.
Von einem Rittergut mit den verschiedensten GĂ€rten zu einem Wohnhaus direkt an einem Uran-Erztagebau und zurĂŒck zu einem GebĂ€ude fĂŒr die Gemeinschaft - mitsamt neuen, prĂ€chtigen GĂ€rten. In gewisser Art ist diese Entwicklung eine RĂŒckbesinnung zur alten Schönheit des GebĂ€udes und der umliegenden GĂ€rten, wenn auch anders als vor dem Tagebau.
Ausstellung zur Wismut in der ehemaligen Scheune. Nutzung des ehemaligen Herrenhauses fĂŒr verschiedene Zwecke.
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